Stiftung Wohnstätten für Menschen mit Behinderung
 

Heuchelhof

"Wohnanlage am Wald" fertiggestellt: Segnungsfeier für die Wohnstätte für Menschen mit Behinderung am Heuchelhof

Foto: 27.10.2022 - von Thomas Obermeier
Pfarrer Werner Schindelin (links) segnete das neue Wohnheim der Stiftung Wohnstätten am Heuchelhof. Anschließend wurde er aus dem Vorstand der Stiftung verabschiedet.

Mit einer Segnungsfeier hat die Stiftung Wohnstätten für Menschen mit Behinderung den Neubau ihres dritten Wohnheims abgeschlossen. Das Haus in der Berner Straße 6d in Würzburg heißt "Wohnanlage am Wald", 24 Menschen mit einer Behinderung können dort leben. Darüber hinaus gibt es 24 Plätze für Menschen, die tagsüber gefördert und betreut werden. Im Untergeschoss befinden sich ein "Raum der Stille" sowie Werkstatt-, Hauswirtschafts- und Technikräume.

Das dreistöckige Haus mit großem Innenhof und Garten gehört der Stiftung Wohnstätten und wird vom Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung betrieben. Nach einer Planungsphase von sechs Jahren und einer Bauzeit von gut zwei Jahren kamen im April erste Besucherinnen und Besucher in die Tagesförderstätte. Im September zogen dann die Bewohnerinnen und Bewohner ein.

Sehr große Nachfrage nach Wohnplätzen

"Die Nachfrage nach Wohnplätzen ist riesig, die Zimmer sind fertig und könnten alle belegt werden", erklärt Karin Baumgärtner. Die Vorsitzende des Trägervereins bedauert, dass ein Stockwerk noch leer steht. Das nötige Fachpersonal sei bisher noch nicht gefunden worden.

Die gesamte Bauphase fiel in die Pandemiezeit. Gertrud Zürrlein, die Vorsitzende der Stiftung, ist froh, dass Zeit- und Kostenrahmen eingehalten wurden. Die "Wohnanlage am Wald" hat 11,5 Millionen Euro gekostet. Den Löwenanteil von 7,25 Millionen Euro übernahm der Staat. Der Bezirk Unterfranken beteiligte sich mit rund 1,15 Millionen Euro. Eine Million Euro gab es von der Aktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks. Den Rest muss die Stiftung mit der Aufnahme von Darlehen, Eigenmitteln und Spenden aufbringen.

Bei der Segnungsfeier ging es um ein "lebendiges Miteinander" und den Wert jedes einzelnen Bausteins, sowohl im realen als auch im übertragenen Sinn. "Jeder kann helfen. Jeder wird gebraucht", hoben die Seelsorger hervor. Die Band Stauseebagasch begleitete die Feier musikalisch im Gottesdienst, beim Festzug zum Förderzentrum für körperliche und motorische Entwicklung und beim Danksagen für Pfarrer Werner Schindelin.

Foto: Thomas Obermeier | Pfarrer Werner Schindelin vor der neuen Wohnanlage. Er war seit 1993 im Vorstand der Stiftung Wohnstätten.

Der 88-jährige Bauherr der Wohnanlage schied aus dem Vorstand der Stiftung Wohnstätten aus, dem er seit der Gründung 1993 und zuletzt als dritter Vorsitzender angehört hatte. "Der Neubau ist das letzte Baby, das Pfarrer Schindelin auf seinen Weg gebracht hat", meinten Karin Baumgärtner und Gertrud Zürrlein, Vorsitzende der Stiftung.

Viel Lob und Dank seiner Weggefährten

Wie viele Freunde Pfarrer Schindelin hat und wie herzlich und mit echter Zuneigung der Netzwerker allen Menschen begegnet, wurde in den Reden klar: Seine Weggefährte Hans Schöbel, Diakon Gregor Groß, Caroline Heinelt, Maria Schubert, Erich Beck, Karin Baumgärtner und Gertrud Zürrlein bedankten sich im Namen vieler ihm zugetaner Menschen.

Foto: Irene Konrad | Gertrud Zürrlein (links) und Karin Baumgärtner bedanken sich bei Pfarrer Werner Schindelin (vorne rechts) mit lieben Worten und Geschenken für seinen Einsatz für behinderte Menschen.

Selbst in schwierigen Situationen habe Pfarrer Schindelin Hoffnung, Zuversicht und Mut ausgestrahlt. In seiner Nähe würden sich die Menschen wohl und persönlich angesprochen fühlen. Diakon Groß meinte: "Wo Pfarrer Schindelin dabei ist, da wird es gut". Man spüre, dass dessen Glaube "sein Fundament und sein Antrieb aller Aufgaben ist".

Main-Post, von Irene Konrad 26.10.2022, aktualisiert: 27.10.2022
https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/wohnanlage-am-wald-fertiggestellt-segnungsfeier-fuer-die-wohnstaette-fuer-menschen-mit-behinderung-am-heuchelhof-art-10950979